Anlässlich des morgigen Internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen erklärt die Dresdner Europaabgeordnete Cornelia Ernst: „Bis heute sind die Zahlen der weltweiten Gewalttaten an Frauen und Mädchen erschreckend hoch und auch nach #metoo gibt es noch keine signfikanten Verbesserungen. Sexualisierte Gewalt ist eben eine Folge einer zu tiefst ungleichen, machtdominierten Gesellschaft.

Es ist ein Skandal, dass in Deutschland jede dritte Frau zwischen 16 und 85 Jahren körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt hat, dass jeden dritten Tag eine Frau umgebracht wird sowie jährlich in mehr als 77.000 Fällen Frauen von ihren Partnern verprügelt, verbrüht, gewürgt oder gar beschossen werden, wie es die Anzeigenlage offenbart. Und – es ist ein Skandal, dass darüber nachgedacht wird, auch Frauen, die aus Kriegsgebieten geflüchtet und über gefährliche Flüchtlingsrouten traumatisiert zu uns gekommen sind, in sogenannte sichere Gebiete wieder abgeschoben werden sollen.

Offensichtlich können weder das Grundgesetz, noch humanistische Werte oder ökonomische Maßstäbe die regierenden Politiker*innen überzeugen, konkret wirksame Maßnahmen einzuleiten, um die Gleichstellung der Geschlechter wirksam voranzutreiben und die Zahl der Übergriffe wirksam zu begrenzen. Abgesehen von den nicht gut zu machen Schäden für die Opfer entstehen allein in Deutschland durch Gewalt gegen Frauen Folgekosten von mehr als 17 Milliarden Euro, wie das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen festgestellt hat. In den 28 EU-Mitgliedstaaten sind es mehr als 100 Milliarden Euro.

Um endlich wirksam gegen geschlechtsspezifische Gewalt vorzugehen, müssen alle EU-Mitgliedsländer in einem ersten Schritt die Istanbul-Konvention ratifizieren. Für Deutschland ist es an der Zeit, Machtpositionen zu schleifen und Machtstrukturen, die Übergriffe fördern, zu zerstören. Für uns alle heißt es, nicht wegzuschauen, wenn man Gewalt gegenüber Frauen wahrnimmt.“