13. September 2019

EU-Asylpolitik: Humanität über Bord

Die EP-Linksfraktion GUE/NGL lud in dieser Woche zum dritten Mal Vertreter und Vertreterinnen der Seenotrettungs-Organisationen für ein Vernetzungstreffen nach Brüssel ein. Zusätzlich zu den Ressourcen für deren interne Beratungen und Verzahnungen, wurde ihnen der Raum für eine öffentliche Veranstaltung in den Räumen des Europaparlaments bereitgestellt. Die Initiative und Anliegen der Aktivisten und Aktivistinnen kommentiert Cornelia Ernst, migrationspolitische Sprecherin der Delegation DIE LINKE. und Mitorganisatorin des Treffens: „Seit Jahren verschließen die Verantwortlichen in den Hauptstädte der Mitgliedstaaten die Augen und Ohren für das Leid, das sich auf dem Mittelmeer ereignet. Anstatt die eigenen Rettungskapazitäten auszubauen oder wenigstens aufrechtzuerhalten, wurden die Mittel für staatliche Rettungen immer weiter zusammengestrichen, sodass von EU-Seite aktuell nur mehr technisch beobachtet wird, was sich furchtbares an den EU-Außengrenzen ereignet. Zu allem Überfluss wurde 2016 stattdessen ein Pakt zur Migrationsabwehr mit dem Despoten Erdoğan eingegangen.
Um diesem moralischen Abgrund der regierenden Politik ein Mindestmaß an Menschlichkeit entgegenzusetzen, gründeten sich zahlreiche Seenotrettungsorganisationen, die in einem Akt aus humanitärer Notwehr selbstlos und auch nicht ohne persönliches Risiko, seither tausenden Menschen das Leben retteten. Diesen Freiwilligen gebührt nicht nur Dank und Ehre, sondern vor allem auch Gehör an dem Ort, an dem das Schweigen am lautesten ist, in Brüssel wo vor allem Rat und Kommission ihre Hände in Unschuld waschen. Seenotrettung war nie, ist kein und wird niemals ein Verbrechen sein. Aus diesem Grund werden wir weiterhin alles tun, was uns als linken Abgeordneten möglich ist, um die Arbeit dieser Heldinnen und Helden zu unterstützen.“… Weiterlesen

1. Juli 2019

Nach der Kohle – Forderungen an die Verwendung der Fördermilliarden für Braunkohlegebiete

Am 1. Juli veröffentlichte die ‚Vernetzungsgruppe Strukturwandel Braunkohle‚ der Partei DIE LINKE. ihre Forderungen, wie die Fördermilliarden für die deutschen Braunkohlereviere ausgegeben werden sollen. Dazu erklären die Europaabgeordneten der Delegation DIE LINKE. im EP Cornelia Ernst (Sachsen), Helmut Scholz (Brandenburg) und Özlem Demirel (Nordrhein-Westfalen): „40 Milliarden sind in den nächsten 20 Jahren für die deutschen Braunkohleregionen vorgesehen. Nun ist es wichtig, dass dieses Geld klar an die globalen Nachhaltigkeitsziele gebunden wird. Das heißt, es müssen die öffentliche Daseinsvorsorge, der öffentliche Verkehr und der schienengebundene Güterverkehr im Mittelpunkt stehen – und eben keine Straßenbauprojekte, die nur die notwendige Verkehrswende verzögern. … Weiterlesen

17. Juni 2019

Nur Aufrappeln und Weiter-so reicht nicht!

Vierzehn Tage nach den Europawahlen zeigt ein Blick in die neue, linke Fraktion im Europaparlament das ganze Ausmaß der Verluste: Die beiden Spitzenkandidaten der Europäischen Linken wurden nicht gewählt. Wir haben 40 Abgeordnete und sind damit die kleinste Fraktion. (Die zweite rechte Fraktion „Identität und Demokratie“, in der sich Rechtsextremisten um Le Pen, Strache, Salvini und Meuthen zusammenrotten, hat 67 Mitglieder.)

1983 bis 1989 gab es eine starke kommunistische Fraktion mit bis zu 44(!) Abgeordneten. Nach der Wende kam der Zusammenbruch, es gab mehrere kleine linke Fraktionen. 1994 entstand dann die GUENGL aus den Kommunistischen und reformierten Parteien (GUE) und der nordisch-grünen Linken (NGL). E s ging bergauf. Ab 2014 waren wir so groß wie die grüne Fraktion und ein starker politischer Faktor im Parlament. Doch nun versucht der Kreis um Manfred Weber eine proeuropäische Koalition aus der Konservativen Volkspartei gemeinsam mit Sozialisten und Sozialdemokraten, Grünen und Liberalen zu schaffen – unter Ausschluss von uns Linken. O-Ton aus der grünen Fraktion: Ihr Linken seid antieuropäisch. Statt über diese neue Situation nachzudenken, hat ein Postenschacher um die Wahl der Fraktionsspitze in der GUENGL begonnen. … Weiterlesen

14. Juni 2019

CO2-Preis nicht geeignet zum Schutz der Wälder

Zu den Forderungen der Waldbesitzer*innen nach einer CO2-Abgabe für die Wälder, erklärt Lorenz Gösta Beutin, klima- und energiepolitischer Sprecher von DIE LINKE. im Bundestag: „Die Wälder erfüllen eine enorme Klimaschutz-Aufgabe, nicht nur, weil sie CO2 binden, sondern weil die Holzwirtschaft einen nachhaltigen Rohstoff für klimaneutrales Bauen liefert. Daher unterliegen Wälder einem besonderen Schutz. Schäden durch Dürre oder Brände sollten angemessen entschädigt, Baustoffe aus nachhaltiger Holzwirtschaft besonders gefördert werden. Wälder gehören in die öffentliche Hand. Ein klimawandelbedingtes Waldsterben muss unbedingt verhindert werden. Die Waldwirtschaft wird sich dem Klimawandel anpassen müssen. Jedoch hilft ein allgemeiner CO2-Preis der Waldwirtschaft sicher nicht. Eine CO2-Abgabe kann in Teilbereichen sinnvoll sein, wenn es um die Besteuerung fossiler Brennstoffe geht, die momentan steuerlich begünstigt werden. Ein CO2-Preis darf jedoch nicht zum Allheilmittel hochstilisiert und damit überbewertet werden.“… Weiterlesen

4. Juni 2019

Vielen Dank für die Unterstützung

Wir uns von Herzen bei allen Unterstützer*innen bedanken. Vom 23. April bis zum 26. Mai waren wir auf unserer Europa-Tour in ganz Sachsen unterwegs. Für ein Europa der Vielfalt und Solidarität waren wir u.a. in Dresden, Riesa, Plauen, Leipzig, Kamenz, Döbeln, Torgau, Chemnitz, Freiberg und Görlitz, in Mainz, Ludwighafen, Koblenz, Darmstadt, Speyer und Landau. Wir besuchten Umweltinitiativen, lokale Vereine, diskutierten mit vielen Bürger*innen an zahlreichen Ständen und waren zusammen mit unseren Kommunalwahlkandidat*innen vor Ort, um für eine linke Alternative und ein solidarisches Europa und Sachsen zu streiten.

Ein großer Dank gilt Unterstützer*innen, Wahlkampfhelfenden und Genoss*innen vor Ort.

Wir werden weiter für eine Europäische Union kämpfen, die solidarisch ist und in der alle Menschen selbstbestimmt und in Frieden leben können. Nationalismus und rassistischen Ideologien werden wir weiter mit vereinten Kräften entgegentreten und unablässig für eine starke Linke in Europa streiten.

Mit Blick die anstehenden Herausforderungen in Sachsen und in Brüssel dürfen wir den Mut nicht verlieren sondern müssen mehr denn je und entschlossen für linke Politik, Solidarität und Zusammenhalt einstehen. Wie Clara Zetkin sagte:

Lassen wir uns nicht schrecken durch die Ungunst äußerer Umstände, haben wir für alle Schwierigkeiten nur eine Antwort: „Erst recht!“… Weiterlesen

18. Mai 2019

Ein Europa für Alle

Die Europawahl am 26. Mai 2019 ist eine Richtungsentscheidung über die Zukunft der Europäischen Union. Nationalisten und Rechtsextreme wollen mit ihr das Ende der EU einläuten und Nationalismus wieder groß schreiben. Ihr Ziel: Mit weit mehr Abgeordneten als bisher ins Europaparlament einzuziehen. Wir alle sind gefragt, den Vormarsch der Nationalisten zu verhindern!

Wir halten dagegen, wenn Menschenverachtung und Rassismus gesellschaftsfähig gemacht werden sollen. Wir appellieren an alle Bürger*innen Europas: Geht am 26. Mai wählen – tretet ein gegen Nationalismus und für ein demokratisches, friedliches und solidarisches Europa!

Gemeinsam sagen wir: Die EU muss sich ändern, wenn sie eine Zukunft haben will. Wir streiten für unsere Vision eines anderen Europas. Unser Europa der Zukunft verteidigt Humanität und Menschenrechte; steht für Demokratie, Vielfalt und Meinungsfreiheit; garantiert soziale Gerechtigkeit und treibt einen grundlegenden ökologischen Wandel und die Lösung der Klimakrise voran.

Sei mit dabei, wenn wir am 19. Mai europaweit mit zehntausenden Menschen gleichzeitig auf die Straße gehen! Für die Zukunft Europas, gegen Nationalismus!

 

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17. Mai 2019

#unteilbarbunt: Vielfalt und Akzeptanz stärken!

Seit langem fordern wir die EU-weite Umsetzung und Einhaltung der europäischen Opferschutzrichtlinie, einen umfassenden Aktionsrahmen zum Schutz vor Diskriminierung sowie eine konsequente Ahndung von Hassverbrechen gegen LGBTTIQ*. Doch noch immer sind EU-weit Menschen aufgrund ihrer Geschlechtsidentität und/ oder sexueller Orientierung von massiver Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen. Hassverbrechen gegen Trans* und Inter*Personen sowie gegen Menschen, die nicht in konservative Normen und traditionelle Weltbilder passen, sind nach wie vor bittere Realität in Europa. Das muss endlich eine Ende haben. Die Rechte von LGBTTIQ* müssen gestärkt werden, Polizei und Justiz müssen schnell und effektiv gegen Diskriminierung und Gewalt vorgehen. Die Betroffenen müssen besser geschützt werden.

Zum Internationalen Tag gegen Homo*, Trans* und Interfeindlichkeit erklärt die Europaabgeordnete der LINKEN, Cornelia Ernst: „Es geht um nicht weniger als die Frage, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen und welchen Stellenwert Selbstbestimmung, Freiheitsrechte und Vielfalt in unserer Gesellschaft einnehmen. Menschen müssen frei und ohne Angst vor Gewalt und Ausgrenzung leben können.… Weiterlesen

1. Mai 2019

Mein Europawahlkampf in den Medien

 

Wer schafft von Sachsen den Sprung nach Brüssel?

LVZ, 7.5.2019 (online)

 

Borna debattiert mit Europa-Kandidaten

LVZ Borna, 08.05.2019 (online)

 

Linken-Kandidatin Cornelia Ernst: Frau mit Wut

Acht Jahre lang war Cornelia Ernst Vorsitzende der sächsischen Linken, bevor sie 2009 ins Europaparlament wechselte – als 52-Jährige. Über eine Frau, die dort auch zehn Jahre später noch lange nicht fertig zu sein scheint.

Tino Moritz, Freie Presse, 15.05.2019 (online)… Weiterlesen

12. April 2019

Ohne Zivilgesellschaft wäre die EU nur ein autoritärer Binnenmarkt

Was sie nicht ist. Denn die politische Debatte in und über Europa findet nicht nur in den Raumschiffen wirklicher oder vermeintlicher Staatenlenker(innen) statt, sondern auch vor deren Türen, in den Denkfabriken der Hauptstädte ebenso wie im ländlichen Raum und auf den Straßen und Plätzen. Sogar in den Mailboxen der Abgeordneten, in Fraktionsräumen, vor und im Parlament, im Umfeld von Stiftungen, getragen von unzähligen NGO‘s, die Input haben und nicht ins Gerede kommen und verwechselt werden dürfen mit der knallharten Lobby von Autokonzernen, der Gas- und Ölindustrie, die für den nächsten Vorteil, auf den sie spekulieren, am Werkstisch mancher Abgeordneten sitzen, um ihnen in die Feder zu diktieren. Auch deshalb muss es Normalität werden, die Transparenz zu erhöhen. Insofern hat jede und jeder Abgeordnete auch eine persönliche Verantwortung, welche Interessen sie oder er vertritt.… Weiterlesen